1. Als erstes werde ich dannach fragen, wer wieviele Tugend Begriffe gefunden hat, welche Quellen benutzt wurden, aber zunächst nur per
freiwilliger Mitarbeit. Vor Punkt zwei werde ich ankündigen, daß auf die Hausaufgabe nochmal zurückgekommen wird.
2. Die Liste mit den verschiedenen historischen Tugend- Katalogen wird verteilt werden.
3. Die Begriffe aus der Hausaufgabe werden an der Tafel gesammelt werden, die nicht in dem Katalog auftauchen, per freiwillger Mitarbeit,
gegebenenfalls werde ich noch ein paar Begriffe ins Spiel bringen (vor allem aus der Kategorie der Tauglichkeit).
4. Hier wird schon besprochen werden können, daß nicht alle Begriffe reine Tugenden sind, sondern auch Gefühle dabei sind, bzw. Werte.
Kurze Explikation des Begriffs „Wert“: auf Platon’s Ideenlehre und das lateinische Wort „virtus“ zurückgehend.
5. Hier kann angesprochen werden woher der Begirff Tugend kommt: „arete“ Tüchtigkeit; Tauglichkeit (die Schärfe des Messers, etc) nach
Platon hat die Tugend also eine etwas abweichende Definition
6. Es wird erfragt werden was die Definition der Tugend nach Aristoteles nochmal genau war: Mesotes, die Mitte zwischen zwei Extremen
plus Diaonetik. Sodann wird von mir (rhetorisch) gefragt werden, ob die Definition von Tugend als Mitte wirklich für alle Begriffe, die wir
heutzutage mit Tugend assoziieren überhaupt noch so treffend ist?
Unter dem Gescichtspunkt, daß das nicht so ist (es gibt kein zuviel an Tüchtigkeit, Sittlichkeit, Klugheit, und Tauglichkeit),
unter dem Gesichtspunkt daß es insgesamt sehr viel innere Widersprüche gibt: Gerechtigkeit eine andere Art von Mitte,
Eintracht, Freundschaft, Wohlergehen weder dianoetisch, noch ethisch,
und unter dem Gesichtspunkt, daß wir zwischen Gefühlen und Tugend, sowie Tugend und Wert unterscheiden wollen, gehen wir zu Punkt
sieben über. (Vorwegnahme eines Unterpunktes des Hauptpunktes 11: Selbstverständlich kann alles aus der Nikomachischen Ethik seine
Gültigkeit für sich behalten, und in der neuen, von mir angestrebten Ordnung einen Platz behalten, indem man die Begriffe für die gute
Mitte als Tugenden, dem Wert des Maßhaltens/ der Mäßigkeit zurechnet) Dazu kommt, daß die Idee mit der Mitte alles andere als
originell ist, sie kommt schon in der Politea und dem Charmides vor.
7. Und ziehen hier den Schluss: Wir brauchen eine neue Definition von Tugend: Wie das? Durch das Sammeln von vielen Beispielen (ist zu
diesem Zeitpunkt geschehen), durch das Vergleichen, das Finden von Gemeinsamkeiten, ausgedrückt in einer Kategorisierung (um schliesslich
durch die Benennung der verschiedenen Einteilungen in der Kategorisierung selbst, die Definition von Tugend zu erhalten). Sagen, das der
Begriff Kategorie von Aristoteles kommt.
8. Kategorisierung mit der ersten Tabelle, die ich verteilen werde: DinA4, 4 Spalten, ohne jede Beschriftung.
9. Die Ergebnisse werden besprochen werden: wer hat welche Einteilungen in horizontaler Richtung vorgenommen?
10. Kategorisierung mit der zweiten Tabelle, die ich verteilen werde (leer, bis auf vier Spalte wie die erste) für die vertikale Einteilung.
11. Besprechung. Idealer Weise würde in meiner Unterrichtssimulation dann dieses grobe Raster erarbeitet worden sein:
Gefühle |
Werte |
Tugenden |
Güter |
|
Euphorie |
Fleiß |
Tüchtigkeit |
Ertrag |
|
Gewissensreinheit |
Anstand |
Sittlichkeit |
Rechtsordnung |
|
Glücklichkeit |
Intelligenz |
Klugheit |
Wissenschaft |
|
Stolz |
Tauglichkeit |
Effektivität |
Nützliche Objekte |
12. Definitionen:
Werte – platonische Ideen/Formen
Tugend – im einzelnen das Streben nach dem entsprechenden Wert, insgesamt Vortrefflichkeit
Güter – konkrete Produkte des Prozeßes des Stebens nach dem entsprechenden Wert
Gefühle – müssen für eine Definition genau wie für Tugend untersucht werden (durch viele Beispiele)
Die Punkte 1-6 und 8,9 ließen sich problemlos und genau wie geplant realisieren.
Kategorisierungen, die von den Studenten vorgeschlagen wurden, waren folgende:
1.
|
theoretisch |
praktisch |
|
|
|
aktiv |
passiv |
2.
|
Gefühle |
Charakter |
Körper |
3.
|
berufsbezogen |
stereotypisch |
nicht mehr gültig |
4.
|
Antike |
Mittelalter |
Neuzeit |
Moderne |
Während der Besprechung der Kategorisierungen wurde auch schon ein erster Versuch einer Definition vorgenommen: Tugenden sind
Eigenschaften, die das menschliche Zusammenleben erleichtern.
Die Punkte 10-12 konnten aufgrund von Zeitmangel nicht mehr voll realisiert werden, und im Nachhinein ist mir klar geworden, daß der
Punkt 7 eigentlich viel mehr an Erklärung und Zeit bedarf.
Die Fragen, die der Punkt aufwirft, gehen von dem zentralen Problem:
„Wie findet man eine Definition für einen beliebigen Begriff?“ aus.
Die Antwort auf diese Frage wird zwar in der Ablaufplanung gegeben:
Durch das Sammeln von vielen Beispielen, und durch das Vergleichen, das Finden von Gemeinsamkeiten, ausgedrückt in einer Kategorisierung,
um schliesslich durch die Benennung der verschiedenen Einteilungen in der Kategorisierung selbst, die Definition von Tugend zu erhalten.
Aber was in dieser Antwort nicht enthalten ist, ist eine Erklärung dessen, was die eine, beste Kategorisierung ausmacht, denn wenn es mehr
als eine Kategorisierung gibt, wie soll man dann die richtige Definition aufstellen können?
Eine offensichtliche Reaktion auf dieses Problem in den Geisteswissenschaften, wäre die Position des Relativismus zu vertreten, und zu sagen,
jede Kategorisierung ist eine individuelle Meinung, die ihre eigene Gültigkeit, gleichwertig neben allen anderen, besitzt.
Die bessere Reaktion ist jedoch zu erklären, daß es gewisse Merkmale gibt, die Definitionen von einander unterwscheiden:
Zum einen ist nach dem Prinzip des Ockham’s razor, die prägnanteste Definition die beste.
Und zum anderen ist selbstversändlich die Definition besser als andere, die am meisten Merkmale des zu definierenden Konzeptes beschreibt.
Auf den ersten Blick widersprechen sich die beiden Forderungen an eine Definition, denn Ockhams Rsiermesser fordert Kürze, während
Punkt zwei Ausführlichkeit fordert.
In Wirklichkeit jedoch widersprechen sich die beiden Punkte ganz und gar nicht, wenn man sie sich wie folgt verdeutlicht:
a) b)

Abbildung a) zeigt eine Definition entgegen den Forderungen von Punkt eins und zwei: der dicke Ring steht für eine unnötigt umständliche
Formulierung in der Definition, der kleine innere Kreis steht für eine zu kleine Anzahl an erfassten Merkmalen des zu definierenden Begriffs.
Während Abbildung b) eine Definition versinnbildlicht, die die Maximen der beiden Forderungen erfüllt.
| Gefühle | Werte | Tugenden | Güter |
| Tüchtigkeit (aüßerliche Güter) | |||
| Euphorie | Fleiß | Tüchtigkeit | Ertrag |
| Enthusiasmus | Eifer | Eifrigkeit | Ertrag |
| Euphorie | Fleiß | Fleißigkeit | Ertrag |
| Stolz | Fleiß | Arbeitsamkeit | |
| Stolz | Erfolg | Unermüdlichkeit | |
| Stolz | Erfolg | Hartnäckigkeit | |
| Stolz | Erfolg | Beharrlichkeit | |
| Stolz | Erfolg | Zielstrebigkeit | |
| Stolz | Perfektion | Sorgfältigkeit | |
| Stolz | Perfektion | Strebsamkeit | Ideal |
| Stolz | Perfektion | Reinlichkeit | |
| Stolz | Perfektion | Pünktlichkeit | |
| Stolz | Ordnung | Ordnungssinn | |
| Stolz | Mäßigung | Ehrgeizigkeit | |
| Stolz | Qualität | Engagement | |
| Stolz | Kreativität | Kunstfertigkeit | |
| Stolz | Kreativität | Schaffenskraft | |
| Stolz | Können | Professionalität | Einkommen |
| Stolz | Können | Virtuositaet | |
| Stolz | Können | Fähigkeit | |
| Stolz | Macht | Mächtigkeit | |
| Stolz | Mäßigung | Bescheidenheit | |
| Stolz | Mäßigung | Sparsamkeit | |
| Stolz | Mäßigung | Häuslichkeit | |
| Sittlichkeit (seelische Güter) | |||
| Stolz | Anstand | Sittlichkeit | Rechtsordnung |
| Erfuellung | Pflicht | Diszipliniertheit | Moral |
| Erfuellung | Pflicht | Pflichtbewusstsein | |
| Erfuellung | Pflicht | Verlässlichkeit | |
| Erfuellung | Pflicht | Enthaltsamkeit | |
| Erfuellung | Pflicht | Gehorsam | |
| Erfuellung | Pflicht | Ehrenamtlichkeit | |
| Erfuellung | Freiheit | Moralität | guter Wille |
| Mitgefuehl | Güte | Grossherzigkeit | |
| Mitgefuehl | Güte | Gnädigkeit | |
| Liebe | Nächstenliebe | Hilfsbereitschaft | kat. Imperativ |
| Mitleid | Menschenliebe | Wohltaetigkeit | Gemeinwohl |
| Mitgefuehl | Wohlwollen | Barmherzigkeit | |
| Mitgefuehl | Altruismus | Freigebigkeit | |
| Mitgefuehl | Freundschaft | Freundlichkeit | |
| Mitgefuehl | Wohlwollen | Gastfreundlichkeit | |
| Mitgefuehl | emotionale Intelligenz | Einfühlungsvermögen | |
| Mitgefuehl | Brüderlichkeit | Geselligkeit | |
| Mitgefuehl | Brüderlichkeit | Kameradschaftlichkeit | |
| Gluecklichkeit | Glück | Dankbarkeit | |
| Achtung | Vollkommenheit | Demütigkeit | |
| Stolz | Manieren | Höflichkeit | Umgangsformen |
| Stolz | Manieren | Ziemlichkeit | |
| Stolz | Manieren | Schicklichkeit | |
| Stolz | Anstand | Anständigkeit | |
| Gewissensreinheit | Wahrheit | Ehrlichkeit | |
| Gewissensreinheit | Wahrheit | Aufrichtigkeit | |
| Gewissensreinheit | Wahrheit | Wahrhaftigkeit | |
| Gewissensreinheit | Wahrheit | Rechtschaffenheit | |
| Zufriedenheit | Gerechtigkeit | Ritterlichkeit | Gesellschaft |
| Zufriedenheit | Gerechtigkeit | Gleichberechtigung | |
| Stolz | Mäßigung | Sanftmuetigkeit | |
| Stolz | Mäßigung | Artigkeit | |
| Gelassenheit | Mäßigung | Besonnenheit | |
| Stolz | Mäßigung | Hochherzigkeit | |
| Stolz | Mäßigung | Hochsinn | |
| Stolz | Mäßigung | Selbstbeherrschung | |
| Stolz | Mäßigung | Toleranz | |
| Achtung | Respekt | Ehrbietigkeit | |
| Achtung | Ehre | Ehrwuerdigkeit | |
| Seligkeit | Heiligkeit | Frömmigkeit | Kirche |
| Seligkeit | Gauben | Gläubigkeit | |
| Vertrauen | Hoffnung | Gottvertrauen | |
| Stolz | Mäßigung | Geduldigkeit | |
| Zufriedenheit | Frieden | Friedlichkeit | |
| Zufriedenheit | Eintracht | Friedenstiftung | |
| Stolz | Kultur | Kultiviertheit | |
| Zufriedenheit | Nachhaltigkeit | Umweltschutz | |
| Vertrauen | Demokratie | Demokratieverstaendnis | Staat |
| Vertrauen | Vertrauen | Treue | |
| Vertrauen | Vertrauen | Loyalität | |
| Stolz | Freiheit | Selbststaendigkeit | |
| Stolz | Mäßigung | Selbstverwirklichung | |
| Klugheit (geistige Güter) | |||
| Gluecklichkeit | Intelligenz | Klugheit | Wissenschaft |
| Gluecklichkeit | Intelligenz | Gedächniskraft | |
| Gluecklichkeit | Intelligenz | Kombinationsvermögen | |
| Stolz | Wissen | Belesenheit | Wissenschaft |
| Gluecklichkeit | Vernunft | Weisheit | Philosophie |
| Stolz | Durchblick | Scharfsinn | |
| Stolz | Verständigkeit | Wohlverstaendigkeit | |
| Stolz | Überlegung | Wohlberatenheit | |
| Stolz | Einsicht | Einsichtigkeit | |
| Stolz | Bildung | Gelehrheit | |
| Zufriedenheit | Reife | Umsichtigkeit | |
| Stolz | Authoritaet | Sachverstand | |
| Stolz | Authoritaet | Suggestionskraft | |
| Stolz | Konzentration | Konzentrationsvermögen | |
| Stolz | Konzentration | Achtsamkeit | |
| Stolz | Phantasie | Vorstellungskraft | |
| Stolz | Vision | Weitblick | |
| Stolz | Reflektion | Introspektion | |
| Tauglichkeit (körperliche Güter) | |||
| Stolz | Tauglichkeit | Effektivität | |
| Genugtuung | Kraft | Kraeftigkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Schnelligkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Staerke | |
| Stolz | Tauglichkeit | Robustheit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Flexibilitaet | |
| Stolz | Tauglichkeit | Kompatibilitaet | |
| Stolz | Tauglichkeit | Agilitaet | |
| Stolz | Tauglichkeit | Ergiebigkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Mannhaftigkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Fraulichkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Durchsetzungsvermögen | |
| Stolz | Tauglichkeit | Leistungsfähigkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Benuztbarkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Exaktheit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Zweckmäßigkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Standhaftigkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Geschicklichkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Dewandtheit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Vitalität | |
| Stolz | Tauglichkeit | Nützlichkeit | |
| Stolz | Tauglichkeit | Wirksamkeit | |
| Genuss | Komfort | Bequemlichkeit | |
| Genuss | Luxus | Aufwendigkeit | |
| Vertrauen | Balance | Gleichgewichtssinn | |
| Zufriedenheit | Gesundheit | Gesundheitsbewusstsein | |
| Stolz & Vertrauen | Mäßigung & Mut | Tapferkeit | |
| Stolz & Vertrauen | Mäßigung & Mut | Kühnheit | |